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Wer steht nachts auf, wenn das Baby weint?

Ein kleiner Säugling verändert den Alltag eines Paares von Grund auf. Gerade die Nächte sind in der ersten Zeit mit dem neuen Familienmitglied in der Regel alles andere als erholsam. Diese Erfahrung habe ich als mehrfacher Papa immer wieder machen müssen. Im ersten Lebensjahr haben viele Babys noch Schwierigkeiten mit dem Durchschlafen. Das führt natürlich auch bei den Eltern unweigerlich zu Schlafproblemen, denn die Neugeborenen brauchen meist den Körperkontakt oder die Stimme eines Elternteils, um wieder einschlafen zu können. Manche Babys wollen auch erneut in den Schlaf gestillt werden oder brauchen nach dem nächtlichen Aufwachen eine Flasche. Das führt zu der Frage, wer steht nachts auf, wenn das Baby die Eltern braucht?

Früher oder später ändert sich das Schlafverhalten eines jeden Babys: Die Schlafenszeiten werden länger, die Kinder wachen seltener auf und irgendwann schlafen die Kleinen nach ihrem gewohnten abendlichen Einschlafritual sogar durch. Wann das soweit ist, kann ich Dir leider nicht vorhersagen. Bei manchen Kindern dauert es nur ein paar Wochen, bei anderen mehrere Monate oder sogar Jahre, bis sie durchschlafen können. 

Bis es soweit ist, muss ein Partner nachts aufstehen und sich um das weinende Kind kümmern. Diese Tatsache führt bei vielen Eltern zum Streit, denn der Elternteil, der immer aufsteht, bekommt automatisch weniger Schlaf ab, ist morgens unausgeschlafen und im Alltag weniger leistungsfähig. Nach einiger Zeit liegen wegen des Schlafmangels die Nerven blank. Ich empfehle euch daher, die Frage, wer nachts aufsteht, um das schreiende Baby zu beruhigen, gemeinsam als Paar zu besprechen. 

Baby liegt in seinem Bett

 

Warum schreit das Kind in der Nacht?

Es gibt viele Gründe, weshalb Kinder in der Nacht erwachen und schreien. In den ersten Lebensmonaten ist das nächtliche Aufwachen vollkommen normal und hat ganz einfache Gründe: Die Kinder haben noch keinen richtigen Rhythmus aus Tag und Nacht, sondern müssen erst noch lernen, dass die Nacht zum Schlafen gedacht ist. Darüber hinaus brauchen kleine Säuglinge auch nachts Nahrung, damit ihr Gehirn wachsen kann. Geregelte Essenszeiten gibt es für ein so kleines Baby noch nicht. Auch eine zu volle Windel kann zum Aufwachen führen. Zudem haben ganz kleine Kinder noch nicht so eine lange Tiefschlafphase wie wir Erwachsenen, was ebenfalls dazu führt, dass sie häufiger aufwachen. 

Wenn Dein Baby in den ersten Lebenswochen und -monaten häufig nachts aufwacht, ist das also keine Schlafstörung und kein Grund für einen Gang zum Kinderarzt. Auch wenn die Schlaflosigkeit anstrengend ist, gilt hier in erster Linie: durchhalten und auch nachts für das Kind da sein. 

Darüber hinaus gibt es auch Kleinkinder, die selbst nach ihrem ersten Geburtstag noch häufig in der Nacht aufwachen. Das kann viele harmlose Gründe haben:

  • Das Kind ist krank und leidet unter einer erhöhten Körpertemperatur
  • Der Schlafsack ist zu warm oder zu kalt
  • Das Kleinkind erlebt einen Nachtschreck oder hat einen Alptraum 
  • Ungewohnte Geräusche wecken das schlafende Kind
  • Das Kleinkind braucht eigentlich weiterhin Körperkontakt, um durchzuschlafen

Übrigens: Auch wir Erwachsenen schlafen meist nicht die ganze Nacht durch. Wir werden häufiger wach, merken das aber oft gar nicht, weil wir – im Gegensatz zu den meisten Kindern – eben auch ohne Einschlafhilfe wieder in den Schlaf finden. Bei den Kleinsten ist es oft anders, sodass sie die Hilfe ihrer Eltern brauchen, damit sie schnell wieder einschlafen können. 

 

Nächtliches Aufstehen wird auf Dauer anstrengend

Papa und Baby

Auch als berufstätiger Vater steht man in der Verantwortung sich Nachts ebenso um das Baby zu kümmern

Sobald ein Kind nachts zu schreien beginnt, bedeutet das für einen Elternteil, dass er aufstehen und das Kind beruhigen muss. Jeder Säugling braucht in der Nacht etwas anderes, um wieder einzuschlafen: Manchmal genügt es, das Baby aus dem Bett zu heben und kurz mit ihm zu schmusen und es ein bisschen zu wiegen. Dadurch vermittelst Du ihm Geborgenheit, sodass seine Äuglein schnell wieder zufallen. Bei manchen Kindern sind andere Fähigkeiten gefragt: Viele Babys schlummern zu einem Schlaflied wieder ein, andere wollen eine Milchflasche trinken und wieder andere möchten gerne in den Schlaf gestillt oder getragen werden. Einige Babys können sogar auch nur im Kinderwagen wieder einschlafen. 

In jedem Fall bedeutet das nächtliche Aufstehen für Dich, dass Du am nächsten Tag von Müdigkeit geplagt sein wirst. Das gilt gerade dann, wenn Du jede Nacht aufstehen musst – und das womöglich auch noch mehrfach. Vielen Eltern fällt es nach dem Aufstehen und Beruhigen des Kindes dann selbst schwer, wieder in den Schlaf zu finden, sodass am Ende einige Stunden Schlaf pro Nacht fehlen. Das kann soweit gehen, dass Du im Alltag weniger leistungsfähig bist und Deinen alltäglichen Aufgaben nicht konzentriert nachgehen kannst. 

 

Wer steht nachts auf? Ein häufiges Streitthema bei Eltern 

Kein Wunder also, dass die Frage, wer nachts aufsteht und sich um das Kind kümmert, oft zu Streit zwischen Eltern führt. In den meisten Fällen ist es die Frau, der diese unschöne Aufgabe zufällt. Das liegt einfach daran, dass nach wie vor oft die Männer berufstätig sind, während die Mütter im ersten Jahr mit dem Kind daheim bleiben. Demzufolge müssen die Väter am nächsten Morgen früh aufstehen, um arbeiten zu gehen, weswegen viele Frauen automatisch davon ausgehen, es sei ihre Aufgabe, sich auch nachts ums Kind zu kümmern – schließlich haben sie am nächsten Morgen ja frei. 

Unter den Frauen, die wegen des Babys nachts aufstehen, gibt es in der Regel zwei Meinungen: Die einen sehen nicht ein, wieso sie immer diejenigen sein sollen, die sich nachts um das Kind kümmern. Die anderen übernehmen diese Aufgabe ganz selbstverständlich, damit der Mann ausreichend Nachtschlaf bekommt, um am nächsten Morgen fit zur Arbeit zu gehen. Ein Thema woran werdende Eltern vor der Geburt denken sollten.

 

Auch Mütter müssen morgens fit sein 

Ich kann als mehrfacher Papa aber sagen, dass es dann doch nicht ganz so einfach ist. So manches Mal bin ich morgens gemütlich auf dem Bauch liegend aus dem Tiefschlaf erwacht, habe einen Blick ins Bettchen meines Babys geworfen und mich am Anblick meines friedlich schlafenden Kindes erfreut – um dann zu erschrecken, als ich gesehen habe, wie müde und erledigt meine Frau aussah. Spätestens dann war mir klar, dass meine Frau wieder mehrmals pro Nacht geweckt wurde, obwohl ich nichts davon mitbekommen habe. 

BabyzimmerNatürlich müssen wir Männer meist morgens fit für die Arbeit sein. Und natürlich sind, wie Forscher bewiesen haben, Frauen aufgrund ihrer Instinkte sensibler für das Geschrei des Babys in der Nacht, weshalb wir Männer oft verschlafen, wenn unsere Kinder uns brauchen, während die Mütter sofort wach werden. Trotzdem lernte ich im Laufe der Jahre mit meinen Kindern, dass auch Mütter am nächsten Morgen nicht „frei“ haben – selbst, wenn sie in Elternzeit sind und nicht zur Arbeit gehen müssen. 

Auch bei den Müttern klingelt oft morgens der „Wecker“ in Form des Babys, das nicht selten schon deutlich früher in den Tag starten möchte als die Mama. Ab diesem Moment muss eine Mutter funktionieren und allerhand Tätigkeiten übernehmen – wie zum Beispiel wickeln, Fläschchen zubereiten, spazieren gehen, den Haushalt auf Vordermann bringen, Wäsche waschen, stillen und vieles mehr. Deshalb sind auch junge Mamas auf einen einigermaßen erholsamen Nachtschlaf angewiesen. 

 

Lösungsansätze für ein faires nächtliches Aufstehen 

Aus diesen Gründen empfehle ich, die Frage, wer nachts aufsteht, wenn das Baby schreit, gemeinsam anzugehen und möglichst faire Lösungen zu finden. Grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, sich über das Thema zu unterhalten. Es ist wenig sinnvoll, das Problem einfach hinzunehmen und zu warten, bis das Kind irgendwann durchschläft. Das würde nur darin resultieren, dass ein Elternteil dauernd müde ist, weil er nachts so oft wach wird. 

Der Partner, der immer wieder aufsteht, kann ruhig einmal ein Schlafprotokoll anlegen, um dem anderen Elternteil zu beweisen, wie sehr der nächtliche Schlaf unter der Situation leidet – gerade, wenn es lange dauert, bis er nach dem Aufstehen wieder einschläft. Sprecht gemeinsam als Eltern über die Situation und darüber, welche Erwartungen ihr an den jeweils anderen habt. Dabei kann ich insbesondere die folgenden drei Lösungsansätze empfehlen: 

1. Familienbett 

Wenn das Kind mit euch zusammen im Elternbett schläft, hat das für euch alle viele Vorteile. Das nächtliche Aufstehen entfällt in der Regel komplett. Natürlich werden viele Kinder trotzdem noch in der Nacht wach, aber niemand muss aufstehen, um das Kind zu beruhigen. Oftmals genügt es, das Baby zu streicheln, zu stillen oder ihm ein – am besten schon am Abend zuvor vorbereitetes – Fläschchen zu geben. Da weder Mama noch Papa aufstehen müssen, fällt es auch ihnen leichter, wieder einzuschlafen. 

Darüber hinaus hat das Schlafen im Familienbett auch noch den Vorteil, dass Mutter und Kind häufig ihre Schlafphasen synchronisieren. Viele Frauen haben schon berichtet, dass sie in der Nacht aufgewacht sind und sich nur wenige Momente später auch das Kind meldete. Demzufolge hilft diese Lösung allen Familienmitgliedern dabei, mehr Schlaf abzubekommen und gleichzeitig die Bindung zum Baby zu stärken. Das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöht sich entgegen vieler Meinungen bei dieser Schlaflösung nicht, solange Du alle wichtigen Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigst. Das Thema über einen geeigneten Schlafplatz für Babys sollte nicht vernachlässigt werden.

2. Die Nacht fair aufteilen

Eine andere Möglichkeit ist es, die Nacht untereinander fair aufzuteilen. Es kann zum Beispiel der Papa, der vielleicht ohnehin später ins Bett geht als die Mama, sich in der ersten Nachthälfte um das Baby kümmern, während die zweite Hälfte der Nacht dann die Mutter übernimmt – oder umgekehrt. 

Sollte der Papa wirklich trotz Babyphone nicht merken, wenn das Kind unruhig wird, so kann die Mama ihn in seiner Schicht natürlich auch wecken und darum bitten, dass er aufsteht. Diese Lösung ist ideal, damit sich niemand erst an allzu viel Schlafmangel gewöhnen muss. 

3. Die Nächte innerhalb der Woche aufteilen 

Die dritte Option besteht darin, sich den Nachtdienst tageweise aufzuteilen. So könnte beispielsweise die Mutter unter der Woche, wenn der Papa am Morgen früh zur Arbeit muss, die Nachtschichten übernehmen. 

Der Papa kann dafür am Wochenende, wenn er morgens auch länger liegen bleiben kann, die Mutter entlasten und sich nachts ums Baby kümmern. Auch das ist eine faire Lösung für alle Beteiligten, die sich bei mir und meiner Familie bewährt hat. 

Baby liegt im Bett


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